U wie Ullrich, U wie Unfall

Das Auftreten Jan Ullrichs beim Ötztaler Radmarathon wurde von den Teilnehmern offenbar großteils begrüßt und mit Wohlgefallen bedacht. Weniger Gefallen findet freilich jeder Betroffene an Unfällen, aber sie finden statt, Gott sei Dank aber nur spärlich und verlaufen glücklicherweise gerne glimpflicher, als es der erste Moment glauben machen möchte.

In einem Beitrag auf radsport-aktiv.de schildert Jan Ullrich seinen Renneinsatz als "Edelhelfer" seines Freundes Frank Wörndl mit teils selbstironischen Zügen:

Heute habe ich so einiges gelernt - und vor allem: Als Helfer bin ich wohl eher ungeeignet. Wenn der "Kapitän" fast zwei Stunden nach seinem "Wasserträger" ins Ziel kommt, dann hat der Helfer irgendwie was falsch gemacht

Jan Ullrich gratuliert der Siegerin Edith van Den Brande aus Belgien und dem Sieger Stefan Kirchmair aus Telfs. | Foto: oetztaler-radmarathon.com

Respekt verlangt ihm der unbeugsame Wille so manch Hobbyradlers ab:

Chapeau, wie die Freizeitfahrer das durchhalten. Die letzten im Feld sind über zwölf Stunden im Sattel. Der Hammer

Auch zu seinen geplanten weiteren Rennteilnahmen erfährt man mehr:

Ich freue mich auf mein nächstes Jedermann-Rennen - den "Charity Bike Cup" am 3. Oktober. Mal sehen, was es dann nächstes Jahr so alles wird. Vielleicht ein paar Höhenmeter weniger als beim Ötztaler. Aber auf jeden Fall wieder mit Spaß. Denn das möchte ich vor allem vermitteln: Dass Rennradfahren Freude macht. Deswegen würde ich gern auch mal mit Kindern fahren.
Und wenn man dann auch noch helfen kann, wie mit unserer Charity-Aktion heute, die über € 14.000,- für einen armen Ötztaler Buben einbrachte, dann macht das Ganze noch mehr Spaß.

Über Wörndls und Ullrichs Einsatz gibt's übrigens am 21. September auf "Servus-TV" eine Reportage zu sehen; also ggf. vormerken.

Neben den erfreulichen gibt es bei Radrennen auch die weniger lustigen Facetten wie etwa Unfälle, die gerade bei Veranstaltungen mit großen Teilnehmerfeldern die Rettungsmannschaften auf Trab halten. Prozentuell gesehen rangiert die Gruppe der unfallbegründeten DNF-Teilnehmer aber jenseits der Wahrnehmungsschwelle.
Umso wichtiger ist es, jene trotzdem nicht zu verheimlichen. Nach exakt drei Jahren im Archiv kann dazu hier und heute ein noch nie gezeigter kurzer Mitschnitt veröffentlicht werden von einem, der ausritt, seine persönliche Bestzeit zu knacken und dabei vom Materialteufel arg gebeutelt wurde. Gottlob blieb's aber dabei: An Unfallfolgen mußten die Ärzte nur Abschürfungen, Prellungen und eine Gehirnerschütterung attestieren.

2009, im Jahr nach diesen Szenen, fuhr der Kollege abermals mit und holte dabei seine Fahrt auf Bestkurs nach und konnte mit ca. 8½ Stunden sein gesetztes Ziel verspätet, aber doch als erreicht abhaken.