Die 15. Schwazer Radsporttage stellen gewissermaßen eine Zäsur für das Union Raiffeisen Radteam Tirol dar: Einerseits gelang die Organisation bislang zwar wie am Schnürchen, und man heimste auch vier Medaillen ein (Tiroler Meister und Vizemeister - Elite/U23 und Amateure - durch Pichler/Comploi & Wenzel/Steiner), andererseits verabschiedete sich just der frischgebackene Tiroler Vizemeister Martin Comploi mit diesem seinem letzten Auftritt in den rennsportlichen Ruhestand. Auch Harald Starzengruber mag sich "nicht mehr quälen", der letztjährige Gewinner des Schwazer Straßenpreises hielt dieses Mal beim Kriterium mehr die hinteren Ränge warm.
Jeder andere Verein würde mit ins Haus stehenden "Pensionierungen" wichtiger Aushängeschilder für ein paar Jahre von den Podesten verschwinden. Auch das URRTT wird so schnell keine Elite/U23-Könner nachbringen. Aber die seit 2008 mit Volldampf betriebene Investition in den Aufbau einer Nachwuchsmannschaft dürfte sich recht bald sehr bezahlt machen: Wie die Rennen in den U-Klassen zeigten, liefern "die Juniors", wie sie von den Trainern gerne genannt werden, jede Menge Anlaß zu optimistischer Sicht auf die kommenden Jahre: 2. und 3. Platz bei den U13 durch Mario Gamper & Florian Gamper, 2. Platz bei den U15 durch Patrick Gamper, 3. Platz bei den U17 durch Mario Stock, und wäre Susanne Ebner derzeit nicht verletzungsbedingt zu einer Radabstinenz gezwungen, hätte sie wohl in ihrer Klasse mindestens den letztjährigen zweiten Platz wiederholen können.Vor allem also den Familiennamen "Gamper" wird man sich merken müssen und so künftig wissen, woher - unter anderem - die kommenden Tiroler Podestplätze stammen werden.
Das Altstadtkriterium - Elite/U23-Sieger übrigens Christian Grasmann (GER) vor Jakob Steigmiller (GER) und Lukas Pöstlberger (AUT) - konnte heuer mit einem in der Silberstadt noch nie gesehenem riesigen Starterfeld auftrumpfen: Ein Radlerbandwurm von einhundert Metern Länge zog fünfzig Runden durch die Schwazer Gassen und Straßen - ein Wunder, daß bei den beengten Verhältnissen und dem von Jahr zu Jahr löchriger werdenden Kopfsteinpflaster nicht mehr als die drei, vier Stürze passierten.
Was war das Geheimnis dieses eindrucksvollen Auftritts von Tschechen, Deutschen, Slowaken, Italienern und Österreichern?
"Mit Geld hat das am wenigsten zu tun", meint Organisationsleiter und Teammanager Thomas Kreidl. "Die Tschechen etwa sagten, es gebe wenige ähnliche Rennen, daher kommen sie hierher"
Und Sprecher Harry Maier ergänzt: "In Schwaz gibt es alle zehn Runden ausgezeichnet dotierte Wertungen - so viel Geld wie hier läßt sich kaum woanders einstreifen"
Also ist's doch das Geld? - Tom Kreidl, leicht kryptisch: "Bei den Wertungen - ja, aber das verdanken wir hauptsächlich unseren spendablen Stadträten und Sponsorenvertretern, wofür ich mich herzlich bedanke!"
Ob es eine sechzehnte Auflage der Schwazer Radsporttage geben werde, ließ Kreidl offen. Aber jeder, der ihn kennt, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen. Im Gegenteil: Mit der Karwendelrundfahrt im Mai 2012 (mehr Infos in Bälde unter http://www.achensee-radmarathon.at) belebt das URRTT einen Klassiker wieder und sorgt zusätzlich zu seinen bestehenden Veranstaltungen für starke Radsportimpulse rund um die Silberstadt Schwaz.
Links:
- Veranstalterseite
- Ergebnisse Altstadtkriterium 2011 - computerauswertung.at
- Impressionen
