Skitourencup & Nachtaufstieg ins Rofan

Wie sehr Veranstaltungen oft nur an einer einzigen treibenden organisierenden Kraft hängen, zeigt einmal mehr ein aktuelles Beispiel: Der Skitourencup, seit 2008 von Stefan Widauer organisiert, kann in der Saison 2011/'12 nicht in bekannter Façon ausgetragen werden, weil mit Stefans Ableben auch viele einschlägige Kontakte bzw. Schnittstellen verlorengengegangen sind.

Die Mountainbiker unter uns kennen das Phänomen zur Genüge: Wenn der Organisationsleiter ausfällt oder zeitlich nicht mehr abkömmlich ist, gerät die Veranstaltung ins Trudeln. Erst letztes Jahr war eine MTB-Traditionsveranstaltung, der Stubai-Bikemarathon, davon betroffen, nachdem der OK-Leiter aus hauptsächlich beruflichen Gründen den enormen Zeitaufwand nicht mehr schupfen konnte. Einen Stellvertreter gab es offenbar nicht - und im Umfeld der mutmaßlichen Kritiker aus TVB-Kreisen war es insgesamt alles andere als leicht, die zehnjährige Tradition fortzuführen. Wobei: Ein Tiroler MTB-Marathon, der nicht von sündteuer zugekauften sogenannten Event- und Marketingagenturen künstlich aufgestellt und hochgehalten wird, der zudem von stets über 200 Teilnehmern besucht wurde, ist jedenfalls ein großes Plus für jede Region. Wer das nicht erkennt, schwebt offenkundig in Sphären, die zumindest als weltfremd bezeichnet werden können. Leidige Vereinsquerelen - möglicherweise in Kombination mit nach außen kommunizierten Fantasieteilnehmerzahlen - rückten außerdem den Marathon u. U. bei Sponsoren und Medien in unverdient schiefes Licht. - Schade!

Ein anderes Beispiel für das Kommen und Gehen von Sportveranstaltungen ist der ehemalige MTB-Marathon in Maria Schmolln. Das liegt schon lange zurück, aber wer die Zeit noch kennt, weiß, daß der kleine Ort in der Nähe von Mattighofen (Stichwort KTM) mit Herzblut stets den Saisonauftakt zur Top-Six-Serie bildete - bis der Hauptorganisator 2005 aus beruflichen Gründen ausfiel. Und schon standen auch dort die üblichen 600 Stollenräder still.

Dieses Schema läßt sich vielfach finden. Und man ist fast geneigt, den Organisatoren vorzuhalten, warum sie keine Stellvertreter ausbilden, die im Fall des Falles übernehmen könnten. Doch wer hängt in der Blüte seines Lebens und seiner Leidenschaft für den Sport schon solchen eher trüben Gedanken nach, die eher dem eines Zweiflers gleichen? Und wenn sie jemand äußert, dürften sie in Vereinsstrukturen möglicherweise als "nicht notwendig", "Wird schon nichts sein", ... abgetan werden - aus dem Grund, weil man eh so schon genug um die Ohren habe, da könne man sich nicht auch noch um einen Plan B oder gar C kümmern.

Den Skitourencup ereilte mit dem Tod des OK-Chefs der größte anzunehmende Ausfall, weil derselbe nun nicht mal mehr als Helfer im Hintergrund zur Seite stehen könnte beim Versuch anderer, den Cup weiterzuführen. Und so liest man seit Monaten auf http://www.skitourencup.at denselben Hinweis: Man bemühe sich sehr - aber auf Nachfrage erhält man keine Auskunft, und wenn, dann nur indirekt und äußerst unverbindlich oder gar nur über drei Ecken. Der Grund für eine derart verhaltene "Öffentlichkeitsarbeit" der Nachfolgeorganisatoren bleibt vorerst im Dunkeln.

Dazu kommt, daß die bislang zum Cup zählenden Bewerbe in Niederau und Seefeld bekanntermaßen für die Saison 2011/2012 aus zusätzlichen Gründen ausfallen: In Wildschönau findet sich laut TVB angeblich kein Veranstalter vor Ort (und das trotz bester Entwicklung in den letzten Jahren); und Seefeld konnte eine Terminkollision mit dem nordischen Weltcup nicht parieren. Verbleiben also der Nachtaufstieg ins Rofan und das Rennen in Oberperfuß. Ob letzteres als dritte Auflage des "Oberperfer Skitouren-Night-Race" am angestammten Termin Ende Jänner über die Bühne gehen wird, läßt sich nach Besuch der Veranstalterhomepage http://www.sv-oberperfuss.at und der zugehörigen Facebook-Seite nicht ableiten, wiewohl schon im Sommer inoffizielle Stimmen laut wurden, man wolle auch 2012 wieder im Kalender stehen.

Einzig für den "Sparkassen-Nachtaufstieg ins Rofan" gibt es eine Ausschreibung (*) samt bereits seit geraumer Zeit geöffneter Nennung http://www.bikearea.at/nennungen/ . Mit derzeit zehn Genannten hält sich das Interesse zwar noch in überschaubaren Grenzen, aber das gewohnte Hunderterfeld wird's wohl werden bis zum 7. Jänner 2012, schließlich spricht auch der nun ordentlich ins Land gezogene Winter dafür, daß die Strecke halten wird und nicht etwa wegen Föhneinbruchs wie letztes Jahr halb davongeschwemmt zu werden droht.

Start: 7. 1., 18 Uhr - Rofanseilbahn Maurach am Achensee, Parkplatz 2
Umfang: ca. 1000 hm / 5 km
Homepage: http://www.wsv-jenbach.at

Wer eine Streckenkarte samt Höhenprofil sucht, wird hier fündig: http://ge.tt/96BozjB

(*)